LibreOffice - und weiter?

LibreOfficeVor einiger Zeit hatte ich die berufliche Möglichkeit, LibreOffice mit .NET-Programmen zu erweitern. Das ganze sollte eine weitere Schnittstelle zu einer Büro-Komplettlösung zur Verfügung stellen. Leider erblickte das Projekt niemals das Licht der Öffentlichkeit - verständlich.

Die Dokumentation zu der Programmierbarkeit von LibreOffice mit Mono/NET ist gelinde gesagt recht dürftig. Das habe ich die ganze Zeit am eigenen Leibe verspürt. Das Einzige, was half, waren Programmschnipsel in Java oder das LibreOffice-eigene Basic. Allerdings ließen sich diese Codebeispiele auch nicht immer 100 %ig in NET umsetzen. Wer sich nicht zur erlesenen Entwicklergemeinde von LibreOffice zählt, der hat mit dem Informationsmangel echt die berühmte Arsch-Karte gezogen.

Erstaunlicherweise haben wir das Projekt bis fast zur Auslieferung heranreifen lassen. Funktionell hatten wir eigentlich alles für die Erstauslieferung integriert. Was uns an der Auslieferung hinderte, war die Stabilität der NET-UNO-Bridge zu LibreOffice. Immer wieder wurden Funktionsaufrufe über die UNO-Bridge initiiert und kehrten nie mehr zurück ins Programm. Und das meistens schon im Anfangsstadium, wo auf das Desktop-Objekt zugegriffen wurde. Mal konnte man zig Aufrufe hintereinander loslassen, ohne das es Probleme gab, dann blieben die gleichen Routinen kurzerhand stecken. Es schien fast so, dass LibreOffice einem DeadLock zum Opfer gefallen war. Schoss man die eigene Anwendung und damit die UNO-Bridge ab, so arbeitete LibreOffice ohne Probleme und Datenverlust weiter. Ein Neustart der NET-Anwendung flanschte sich zwar wieder an LibreOffice an, dennoch ist dem Kunden kaum zuzumuten, dass er während der Bearbeitung eines Textes alle paar Minuten die angeflanschte Anwendung abschießen und neu starten soll, nur um mit LibreOffice weiter zu machen https://sildentadal.com/.

Auf Nachfrage bei der Document Foundation wurden wir zwar hilfreich an eine Firma weitergeleitet, die sich diesem Problem annehmen wollte, dennoch war es meiner Geschäftsleitung inzwischen zu risikoreich. Mehr als 2 Jahre sind seit dem Beginn der Entwicklung ins Land gegangen und haben enorme Entwicklungskosten nach sich gezogen. Leider war nicht abzusehen, wie hoch der weitere finanzielle Aufwand werden und wie lange es noch dauern würde. Deshalb wurde kurzerhand die Notbremse gezogen. Schade aber verständlich... Ich werde jedenfalls die Entwicklung von LibreOffice weiter beoabachten. Vielleicht reift die Bridge ja noch in den nächsten Monaten. Dann kann das Projekt wieder aufleben!

Mein Fazit: Funktionserweiterungen von LibreOffice mit NET/Mono sollten sich nur auf kleinere Projekte konzentrieren. Intensive Nutzung der UNO-Bridge kann zu unverwünschten Effekten führen, die LibreOffice scheinbar einfrieren lassen. Auf jeden Fall ist LibreOffice Mono/NET-technisch schon erheblich stabiler als das Vater-Produkt OpenOffice. Hier geht fast gar nichts obwohl die Schnittstellle (Bridge) steuerungstechnisch dieselbe ist. Dieses dämliche Verhalten konnte ich bis zur Reihe 3.5 von LibreOffice beobachten...

 

Weitere Erfahrungen werden im Artikel LibreOffice via .NET erweitern - die Fortsetzung geschildert.


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